Aktuelle Hinweise für Besucher*innen

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Dr. Meike Zwingenberger, Annalena Baerbock, Boris Ruge ©MSC, Michael Kuhlmann

Der Amerikahaus-Jahresrückblick 2022

Demokratie im Mittelpunkt

Der Krieg in der Ukraine, geopolitische Konflikte mit China und das Erstarken des Nationalismus. Weltpolitisch war 2022 ein schwieriges Jahr für die Demokratie. Umso wichtiger für uns, dieses Thema mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Programmen in den Mittelpunkt zu rücken.

Titelfoto: Amerikahaus-Geschäftsführerin Dr. Meike Zwingenberger, Außenministerin Annalena Baerbock und Botschafter Boris Ruge, stellvertretender Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz ©MSC, Michael Kuhlmann
    
 

Ausstellungseröffnung "TransVision" ©Leonhard Simon

Demokratie im Blick

Wie steht es um die Demokratie, wenn Gesellschaftsgruppen wie Afroamerikaner*innen oder LGBTQI+ immer noch angefeindet und ungerecht behandelt werden? Im Januar diskutierten wir gemeinsam mit Pulitzer-Preisträgerin Isabel Wilkerson, Autorin des Buches Caste: The Origins of Our Discontents, die Wichtigkeit demokratischer Partizipation, um gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden. Um rechtliche und politische Anerkennung ging es in unseren Ausstellungen TransTrans: Transatlantic Transgender Histories und TransMünchen: Geschichte und Gegenwart Münchner Trans*Menschen, die die Geschichte und die Erfahrungen von Trans*Menschen in Deutschland, den USA und weltweit beleuchteten. George Packer, Journalist und Autor von Last Best Hope: America in Crisis and Renewal, analysierte die Ungerechtigkeiten des demokratischen Systems in den USA - mit einem überraschenden Fazit: „Wir sind unsere letzte Hoffnung – We are our last best hope“. Was kann jeder Einzelne beitragen, um diese Spaltungen zu überwinden? Welche Möglichkeiten haben wir, um autoritären Staatsoberhäuptern etwas entgegenzusetzen und die Welt, zumindest politisch gesehen, zu einem besseren Ort zu machen? Darüber sprachen wir in diesem Jahr mit namhaften Intellektuellen wie Ibram X. Kendi, Thomas Homer-Dixon und Ruth Ben-Ghiat, die zum Teil auch hoffnungsvoll in die demokratische Zukunft blickten.

Ben Hodges ©Leonhard Simon

Der Ukraine-Krieg und seine Folgen

Eine Hoffnung, an der wir momentan nur schwer festhalten können. Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 veränderte die weltpolitische Lage dramatisch. Wir setzten uns im März und in den darauffolgenden Monaten intensiv mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf das transatlantische Bündnis und das weltweite Machtgefüge auseinander - den Beginn machte im März der Besuch von Ben Hodges, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Army in Europa. In Gesprächen mit Prof. Dr. Stefan Schirm (Ruhr-Universität, Bochum) und seiner Frau Iryna Nesterenko, die selbst Ukrainerin ist, sowie Olha Rubtsova, LGBTIQ*-Aktivistin aus Kyiv, nahmen wir die Situation der Menschen vor Ort in den Blick. Außenpolitisch analysierten für uns Yale-Professor Odd Arne Westad und Prof. Dr. Thomas Heberer (Universität Duisburg-Essen) die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, insbesondere auf die geopolitischen Konflikte zwischen den USA und China. Unsere Ausstellung Home-Based in Bavaria mit einzigartigen Fotos von Lila Hartig, die das Leben auf Europas größtem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr dokumentierte, bot einen Einblick in die transatlantische Zusammenarbeit in sicherheitspolitischen Fragen, was aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine sich als besonders zeitgemäß erwies.

Katja Ridderbusch ©Privat

Midterms in den USA

Im November blickten wir mit Spannung in die USA, wo die Zwischenwahlen die demokratische Zukunft des Landes für die nächsten zwei Jahre bestimmten. Wer waren die Gewinner und wer die Verlierer? Dies diskutierten auf Einladung unserer Bayerischen Amerika-Akademie Prof. Liam Kennedy (Clinton Institute, University College Dublin) und Prof. Dr. Heike Paul (Bayerische Amerika-Akademie, FAU Erlangen-Nürnberg) gemeinsam mit Dr. Jennifer Cassidy (University of Oxford) und Katja Ridderbusch (Journalistin aus Atlanta). Über die wirtschaftlichen Auswirkungen für das transatlantische Verhältnis sprach unsere Geschäftsführerin Dr. Meike Zwingenberger im Podcast America’s Choice gemeinsam mit den Hosts Julia Friedlander (Atlantik-Brücke) und Dr. Stormy-Annika Mildner (Aspen Institute Deutschland) sowie mit Julian Heißler (US-Korrespondent der Wirtschaftswoche in Washington, D.C.) und im Rahmen einer Veranstaltung mit dem vbw – Verein der Bayerischen Wirtschaft, zu der neben vbw-Geschäftsführer Bertram Brossardt auch Dr. Christoph Schemionek (Präsident und Geschäftsführer der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Washington), Dr. Laura von Daniels (Forschungsgruppenleiterin Amerika, Stiftung Wissenschaft und Politik) und Sebastian Mackensen (Präsident und CEO von BMW of North America, LLC.) aufs Podium geladen waren.

Annalena Baerbock ©Klaus D. Wolf

Nationale und internationale Diplomatie hautnah

Eine Parallele zum Ukraine-Krieg, die auch US-Präsident Joe Biden zog, war die zur Kubakrise 1962, der wir ab Oktober eine eigene Ausstellung widmeten. So zeigten die vielen historischen Quellen in der Ausstellung, die eine Gruppe von Studierenden der LMU unter der Federführung von Dr. Andreas Etges (LMU München) zusammengetragen hat, wie wichtig Diplomatie zur Lösung internationaler Konflikte war und ist. Mit Veranstaltungen wie den Side Events zur Münchner Sicherheitskonferenz im Februar, der Young Security Conference im Juni und der Buchvorstellung von The Art of Diplomacy von Herausgeber Dr. Tobias Bunde (Münchner Sicherheitskonferenz) und Dr. Benedikt Franke, dem stellvertretenden Vorsitzenden und CEO der Münchner Sicherheitskonferenz, beschäftigten wir uns intensiv mit internationalen Beziehungen im globalen und transatlantischen Kontext. Einen weiteren diplomatischen Meilenstein feierten wir im Juni gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Kultur und Wissenschaft. Unter dem Motto "75 Jahre Marshallplan - Bedeutung für unsere Welt von heute" nahmen wir in einer Festveranstaltung mit Dr. Florian Herrmann (Leiter der Staatskanzlei / Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien) und Botschafter Eric Nelson (Deputy Director des George C. Marshall European Center for Security Studies / US-Generalkonsul in München 2006-2009 / Botschafter in Bosnien-Herzegowina) die Bedeutung des Marshallplans für das transatlantische Verhältnis und für einen dauerhaften Frieden in Europa in den Blick. Mit dem Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock im Juni, die gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Eckpfeiler einer nationalen Sicherheitsstrategie erarbeitete, durften wir Demokratie hautnah erleben - ein absoluter Höhepunkt in diesem Jahr.

Digital Influencer Forum ©Lukas Barth-Tuttas

Umwelt- und Klimaschutz als Schwerpunkt

Dass in puncto Sicherheitspolitik die Digitalisierung eine große Rolle spielt, versuchten wir vor allem jüngeren Menschen in diesem Jahr näherzubringen. Wir realisierten zwei Hackathons und erarbeiteten darin Softwarelösungen für eine bessere Welt, nicht nur in Sicherheitsfragen, sondern auch im Bereich Klimapolitik und Umweltschutz. Mit diesen Themen beschäftigten wir uns im April während der Transatlantic Innovation Week und mit dem Digital Influencer Forum, einem interessanten Gespräch mit jungen Influencer*innen, über die Rolle von Klima- und Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft. Durch die Vorträge von Prof. Dr. Jürgen Scheffran (Universität Hamburg), Prof. Dr. Christof Mauch (LMU München) und Johannes Müller Gómez (Université de Montréal/LMU München) beleuchteten wir die internationale Klimapolitik auf unterschiedliche Art und Weise. Umweltschutz spielte auch in unseren Programmen für Schüler*innen eine große Rolle. So arbeiteten sowohl unsere Austausch- und Studienberatung als auch unser Recherchezentrum an einem spannenden virtuellen Austausch zwischen Schulen in Deutschland und den USA. Green Together, so der Name des Programms, ermöglicht einen einzigartigen Wissensaustausch zum Thema Nachhaltigkeit zwischen jungen Menschen dies- und jenseits des Atlantik.   

©Filmfest München

Buch auf, Film ab!

Unser Kulturprogramm griff 2022 selbstverständlich ebenfalls unsere Schwerpunkte auf. So beschäftigten sich das DOK.Fest und auch das Filmfest München, die beide zu Besuch im Amerikahaus waren, in unterschiedlichen Filmen mit den Themen Klimaschutz und Migration. Beispielsweise ging es um das Schmelzen des Permafrosts im Film Pleistoscene Park, der im Rahmen des DOK.fests bei uns zu sehen war, während das Filmfest München  - dessen Festivalzentrum wir 2022 waren - einen Schwerpunkt auf junges lateinamerikanisches Kino bei uns im Amerikahaus legte. In der Reihe Filmmakers Live! sprachen wir mit jungen Regisseur*innen aus Lateinamerika über den dortigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Dies waren Themen, die wir ebenso in diversen Veranstaltungen zu den politischen Entwicklungen in Peru, Kolumbien und Ecuador in den Blick nahmen. Unser umfassendes Veranstaltungsprogramm Transvision, das unsere Ausstellungen TransTrans und TransMünchen begleitete, dokumentierte anhand von Filmvorführungen und Lesungen die Erfahrungen von Trans*Menschen in unserer Gesellschaft. Abgerundet wurde das Kulturprogramm durch spannende Buchpräsentationen junger Autoren wie Nathan Harris, dessen Buch Die Süße von Wasser sogar von Barack Obama gelobt wurde, und etablierten Autorinnen wie Celeste Ng und Tess Gerritssen, die den Leser*innen mit spannenden Geschichten die unterschiedlichen Welten ihrer Figuren näherbrachten.   

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Alan Taylor ©Leonhard Simon

Wir schaffen Wissen

Weniger literarische als vielmehr historische Figuren standen in unterschiedlichen Konferenzen bei uns im Mittelpunkt. Unsere Bayerische Amerika-Akademie schaffte es auch in diesem Jahr mit ihrer Jahreskonferenz ein höchst brisantes Thema wissenschaftlich zu betrachten: die Amerikanische Revolution. Mit Keynotes von Prof. Alan Taylor (Oxford University) und Prof. Sarah Pearsall (Johns Hopkins University) durften wir die Arbeit etablierter Wissenschaftler*innen verfolgen. Konferenzen wie die zum Thema Intersectionality, Activist Writing oder die Video-Games-Konferenz Playing the Field, die bei uns im Amerikahaus stattfanden, sowie die Verleihung des Dissertationspreises der Bayerischen Amerika-Akademie nahmen den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Blick. Unsere Pop-up-Ausstellungen Race and the U.S. Presidents, erarbeitet vom Gymnasium Grünwald, und dem Leben von Anne Frank, organisiert von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, gab sogar jungen Schüler*innen die Möglichkeit, im Amerikahaus wissenschaftlich tätig zu werden. Unser Recherchezentrum und unsere Austausch- und Studienberatung setzte sich auch in diesem Jahr mit viel Leidenschaft dafür ein, die Wichtigkeit der transatlantischen Beziehungen für Schüler*innen, Lehrkräfte und Studierende erfahr- und erlebbar zu machen - durch Rechercheworkshops, Schüler- und Lehrerfortbildungen und den Beratungsangeboten zu Austauschthemen.

Amerikahaus München ©Leonhard Simon

​​​​​​​Danke!

Für uns wie auch für Sie geht also ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei unseren Partnern, dem Auswärtigen Amt, der US-Botschaft in Berlin und dem US-Konsulat in München. Wir freuen uns, unsere Vortragsreihe Munich Dialogues On Democracy, ein Kooperationsprojekt zwischen dem Yale Club of Germany e.V. (Munich Chapter) und uns, weiter fortzusetzen. Danke an den Amerikahaus Verein, an das Kunstareal München und dem NS-Dokuzentrum für viele gemeinsame Projekte. Wir bedanken uns bei der Münchner Sicherheitskonferenz und EuropaNova Germany e.V., beim Forum Queeres Archiv, dem DOK.Fest und dem Filmfest München für die wunderbare Zusammenarbeit! Natürlich ebenfalls herzlichen Dank an alle weiteren Partner und ein besonders großes Dankeschön an alle, die uns 2022 ihre Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt haben.