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Anlässlich des Pompeo-Besuchs: BR-Interview mit Dr. Meike Zwingenberger

Die Umfragewerte scheinen ein klares Bild zu zeichnen: 80% der Deutschen bewerten das deutsch-amerikanische Verhältnis mittlerweile als schlecht. Im Fokus der Medien steht die Figur Donald Trump, seine diplomatischen Affronts, sein Umgang mit Twitter, sein Verhältnis zu Bundeskanzlerin Merkel. Dass die transatlantischen Beziehungen jedoch wesentlich komplexer sind, betont unsere Geschäftsführerin Dr. Meike Zwingenberger im Gespräch mit B5 Aktuell. Der Besuch des US-Außenministers Mike Pompeo gab Anlass dazu, in der Sendung Thema des Tages ein vielschichtigeres Bild des deutsch-amerikanischen Verhältnisses zu zeichnen.

 

Im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Dr. Meike Zwingenberger und B5 Aktuell Moderatorin Sabine Strasser stand daher die Frage, „ob der Atlantik unter Trump breiter geworden ist“, wie der deutsche Außenminister Heiko Maas es ausgedrückt hat. 

 

Schon unter Präsident Obama schaute die amerikanische Außenpolitik mehr gen Pazifik und auch historisch bedingt gibt es nicht mehr so viele Berührungspunkte zwischen Deutschen und Amerikanern, wie es nach dem 2. Weltkrieg der Fall war. Der Fokus von Donald Trumps Politik liegt klar auf den innenpolitischen Themen, die insbesondere für die Staaten im amerikanischen ‚Heartland‘ wichtig sind, die von Trump die Einhaltung seiner Wahlversprechen fordern: „Das Verständnis, wo diese Art zu agieren herkommt, fehlt. Wir [als Amerikahaus] sehen eine große Aufgabe darin, zu erklären, wie das eigentlich funktioniert. Wie funktioniert das im politischen System? Wie funktioniert das im Hinblick auf die Wähler? Was wird damit eigentlich erreicht?“

 

Dass ein fehlendes Verständnis nicht automatisch in Anti-Amerikanismus umschlägt, sieht man vor allem in der Arbeit mit Schüler*innen und Student*innen, die für das Amerikahaus besonders wichtig ist. Wie die Europawahl gezeigt hat, beurteilt die jüngere Generation die Weltlage sehr differenziert und begreift Amerika immer noch als starken Partner und das Westbündnis als alternativlos. Gleichzeitig sehen die Amerikaner Deutschland als wichtigen Player, vor allem im europäischen Kontext. 

 

Schaut man also vom ‚Heartland‘ nach Deutschland, so Dr. Zwingenberger, „bedeutet das nicht, dass der Atlantik breiter geworden ist“. Wichtig ist, sich mehr mit diesen Themen zu beschäftigen, um ein differenzierteres Bild der aktuellen innenpolitischen Lage zu bekommen, besonders mit Blick auf die Staaten in der Mitte der USA. Nur so können wir die amerikanische Außenpolitik besser verstehen und damit das transatlantische Verhältnis weiter stärken. 

 

Das volle Interview gibt es zum Nachhören in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks.

 

Foto: US-Außenminister Mike Pompeo © State Department, Public Domain Mark 1.0 / Flickr
https://www.flickr.com/photos/iip-photo-archive/41955663774/in/photolist-T8rUoA-24E5szn-RuN57H-24DBRvB-277NuBd-25sbies-27WD6vG-26VtK8m