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Frido Mann liest aus seinem Buch "Das Weiße Haus des Exils"

Es war wie nach Hause kommen an diesem Abend des 18. September 2018, an dem Frido Mann Teile seines Buches „Das Weiße Haus des Exils“ las. Vor der beeindruckenden Kulisse des großen Konzertsaals der Hochschule für Musik und Theater in München, eben jenem Saal, in dem schon sein Vater Michael als Musiker auftrat, versammelten sich zahlreiche Interessierte, um gemeinsam mit dem Enkel von Thomas Mann in Erinnerungen zu schwelgen.

 

„Eine der wichtigsten literaturpolitischen Neuerscheinungen dieses Herbstes“

 

Dr. Dirk Heißerer, Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München e. V. lobte in seinen Begrüßungsworten das Buch Frido Manns als „eine der wichtigsten literaturpolitischen Neuerscheinungen des Herbstes“. Gemeinsam mit Frido Mann besuchten er und seine Tochter Milena das Haus in Pacific Palisades, das Frank-Walter Steinmeier im Juni 2018 als Ort des transatlantischen Dialogs wiedereröffnete.

 

Ein Weißes Haus mit Geschichte

 

Für Frido Mann war das Haus in Pacific Palisades eng mit dem politischen Engagement seines Großvaters Thomas Mann verbunden. Im Gespräch mit Dr. Meike Zwingenberger, Geschäftsführerin der Stiftung Bayerisches Amerikahaus, erinnert sich Frido Mann an das ideelle Vermächtnis seines Großvaters und dessen Relevanz bis heute. So erzählen die Textpassagen vom Aktivismus während des Zweiten Weltkrieges und dem politischen Exil der Manns, von der Begeisterung Thomas Manns für Franklin D. Roosevelt, ebenso wie dessen politischer Desillusionierung während der McCarthy-Ära und der daraus resultierenden Rückkehr nach Europa. Untermalt von Fotografien aus seiner Kindheit in Pacific Palisades spinnt Frido Mann in Rückblenden ein Netz aus Erinnerungen, das sich nahtlos in die Gegenwart einwebt.

 

Kämpfer für den transatlantischen Dialog

 

In einer Zeit, in der der Populismus einen seltsamen Aufschwung erlebt und auch Deutschland immer weiter nach rechts rückt, hat das Buch Frido Manns eine brennende Aktualität als flammendes Plädoyer für Verantwortung und Verständigung im Dienste einer Zukunft der Demokratie. Man darf „nicht zu Schwarzmalerei tendieren“, so Mann. „Es ist sehr ernst zu nehmen, was sich da gerade tut […], aber man muss weiter kämpfen, weiter daran glauben, dass dieser Dialog was nützt.“ Die Bestimmung des wiedereröffneten Hauses in Pacific Palisades ist es, genau solch ein Ort des Dialogs zu werden. So sieht Frido Mann darin auch eine Kontinuität der späten politischen Arbeit von Thomas Mann und hofft, dass auch die jüngere Generation dadurch einen neuen Zugang zu den Werken seines Großvaters bekommt.

 

Wir danken Frido Mann, dem Thomas-Mann-Forum München e. V., dem Literaturhaus München und allen Besuchern für einen spannenden Abend!   

 

Weitere Informationen

 

Videokommentar von Frido Mann zur Zukunft der transatlantischen Beziehungen 

Buch „Das Weiße Haus des Exils“ von Frido Mann, erschienen bei S. Fischer Verlage 

Frido Mann spricht über Populismus in den Stuttgarter Nachrichten vom 18. September 2018

Artikel über die Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles in der Süddeutsche Zeitung vom 19. Juni 2018

(Foto: Frido Mann ©Amerikahaus)